5. fischer Expertenforum
Bauindustrie verbraucht ein Drittel aller Ressourcen
Rund 100 hochkarätige Entscheider, Planer, Ingenieure und Architekten aus dem gesamten Bundesgebiet kamen am 26. und 27. Januar 2012 zum 5. Expertenforum der Unternehmensgruppe fischer zum Stammsitz nach Waldachtal-Tumlingen. Moderiert von Prof. Dr. Konrad Bergmeister aus Wien präsentierten namhafte Referenten anspruchsvolle Themen nicht nur zur modernen Befestigungstechnik.
„Mehr als ein Drittel, in Teilen sogar bis zu 50 Prozent aller Verbräuche, Emissionen, Energie und auch das Müllaufkommen verursacht das Bauwesen", erklärte Prof. Dr. Werner Sobek in seinem Vortrag über die Skizzen der Zukunft. Bis heute läge die Recyclingquote im Bauwesen gerade einmal bei vier Prozent. "Der Herstellungsenergieverbrauch eines Hauses ist vierzig Mal höher als der Jahresenergieverbrauch bei der Nutzung." Werner Sobek zeigte einige interessante Projekte aus seinem Werk, und wies darauf hin, dass man nachhaltige Gebäude nur durch intelligentes Denken erschaffen könne. Dabei führe zum Beispiel die Einsparung von Masse und Gewicht zu einer deutlichen Materialersparnis und damit zur Ressourceneffizienz.
Der Schwerpunkt des 5. Expertenforums lag natürlich auf den Themen aus dem Befestigungsbereich. So befassten sich die Referenten in ihren Vorträgen mit neuen Ansätzen bei der Bemessung von Befestigungen: Prof. Dr. Jan Hofman vom Institut für Werkstoffe an der Universität Stuttgart zeigte auf wie man von der Forschung zur Formel kommt und Dr. Klaus Block, Leiter der Forschungsgruppe Befestigungstechnik der TU Dortmund referierte über Verankerungen bei ermüdungsrelevanten Einwirkungen. Wie man die umfangreiche Bemessungsproblematik mit einer intelligenten Software lösen kann und dies länder- und normenübergreifend beschrieb Johannes Braun von der internationalen Anwendungstechnik bei der Vorstellung des neuen fischer C-Fix-Programmes.
Aus der Baustellenpraxis berichteten Prof. Dr. Bergmeister mit seinem Vortrag über den Brenner-Basis-Tunnel, dem mit einer Länge von 64 Kilometern weltweit längsten unterirdischen Tunnel, bei dem schätzungsweise eine Million Befestigungspunkte gesetzt werden müssen. Außerdem wurden die Oberleitungsverankerungen im Katzenbergtunnel vorgestellt bei dem die Deutsche Bahn erstmals überhaupt Dübel für die Befestigung der Fahroberleitungen in einer Tübbingauskleidung einsetzt, übrigens den Highbondanker von fischer.
Was die Harmonisierung der umfangreichen Regelwerke für den Befestigungsbereich bedeutet, trugen Prof. Horst Bossenmayer mit seinem Referat Nachhaltiges Bauen – Chancen für das Bauwesen und Dr. Hannes Spieth mit den Themen Neue Bauproduktengesetzgebung in Europa – Chancen und Herausforderungen sowie Düberbefestigungen unter Erdbebenbeanspruchung – neue Regelungen in Europa vor. Demnach regelt die Bauproduktenverordnung das "Inverkehrbringen" von Produkten und nicht deren Anwendung. Die ETA wandelt sich von der European Technical Approval zur European Technical Assessment, also von der Genehmigung zur Bewertung.
Wie bei den vorherigen Expertenforen moderierte Prof. Dr. Konrad Bergmeister von der Universität für Bodenkultur in Wien souverän durch die Veranstaltung. Deren Ziel bleibt die Beantwortung technischer Fragen im Dialog mit den Fachleuten aus der Branche: Trends in der Befestigungstechnik aufspüren, von den Experten lernen und die geforderten Produkte und Lösungen zu entwickeln, die künftig gebraucht werden.
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